Jenseits der Strände und Bootsausflüge offenbart sich der wahre Charakter von Van Don auf dem Wasser, in den schwimmenden Dörfern, Perlenzuchten und Fischergemeinschaften, die diese Küste über Generationen geformt haben. Dieser Teil Van Dons erscheint nicht auf Postkarten: fleißig, ungeschliffen und tief im Rhythmus des Meeres verwurzelt.
Reisende, die mehr wollen als Landschaft, erhalten in diesen Gemeinschaften einen unverfälschten Einblick in das Leben der Bai Tu Long-Bucht, so wie es seit Jahrhunderten gelebt wurde und weiterhin gelebt wird.
Van Don Perlenzucht-Dorf: Vier Jahrzehnte auf dem Wasser
Lange bevor Perlenzuchten anderswo in der Region zur Touristenattraktion wurde, war sie in Van Don längst Teil des Alltags. Das Van Don Perlenzucht-Dorf gilt als erstes Perlenzucht-Dorf an der Küste im nordöstlichen Vietnam, dessen Tradition rund 40 Jahre zurückreicht.
Heute arbeiten die Farmer mit schwimmenden Käfigen, die an Seilen und Bojen hängen und verbinden traditionelles Wissen mit Methoden der modernen Aquakultur. Besucher können die Farm besichtigen und sehen dabei die Anbauverfahren von der Aussaat bis zur Ernte. Viele Farmer betreiben ein kleines Museum in der Nähe, in dem Werkzeuge, Austern-Arten und Fotos des Dorfes über mehrere Jahrzehnte ausgestellt sind. Perlenschmuck kann direkt bei den Züchtern gekauft werden, also direkt beim Erzeuger, was dem Kauf eine besondere Bedeutung verleiht, mehr als einem Kauf im Souvenirshop.
Schwimmende Dörfer in der Bai Tu Long-Bucht
Während die schwimmenden Dörfer in der Ha Long-Bucht zunehmend von Touristen überrannt werden, sind die Dörfer auf der Van Don-Seite der Bai Tu Long-Bucht, darunter Vung Vieng und Cong Dam, deutlich ruhiger und weniger in Szene gesetzt.
Vung Vieng ist eine aktive Fischerei- und Perlenzucht-Gemeinschaft. Dort leben ein paar Familien in schwimmenden Häusern, von denen einige zum Schutz vor Stürmen zusammengebunden sind. Besuche erfolgen auf traditionellen Bambus-Booten oder im Kajak, vorbei an bescheidenen Häusern, einer schwimmenden Schule und Perlenzuchten, die in Betrieb sind und nicht nur für die Besucher gebaut wurden.
Das Leben in diesen Dörfern folgt seinem eigenen Ablauf. Morgens werden meist die Netze ausgeworfen, zur Tagesmitte werden die Perlenschnüre überprüft oder der gefangene Fisch getrocknet, und Kinder lernen schwimmen, bevor sie laufen können, denn dies ist eine wichtige Fähigkeit in einer Umgebung, in der das Meer Zuhause und Lebensgrundlage zugleich ist.
Eine Kostprobe Meer
Das Leben in Van Don ist untrennbar mit dem Meer verbunden. Elefantenrüsselmuscheln, Seeigel, Venusmuscheln, Krabben und Tintenfisch sind die Basis der örtlichen Ernährung und werden oft noch am gleichen Tag, an dem sie gefangen werden, serviert. Gebratene Venusmuscheln mit Frühlingszwiebel sind eine hiesige Spezialität, die man an einem der kleinen Verkaufsstände, die abends an der Küste geöffnet sind, verkosten sollte.
Beim Essen geht es in Van Don nicht um geschliffene Präsentationen, sondern um frisches, einfaches Essen, das genau den Ort verkörpert, an dem man sich befindet.
Handel prägt die Region jenseits der Fischerdörfer
Die Verbindung Van Dons mit dem Meer reicht deutlich weiter zurück als die Fischerdörfer vermuten lassen. In der Region befand sich einst einer der ersten Handelshäfen Vietnams, dessen Wurzeln über 1.000 Jahre zurückreichen in eine Zeit, in der Handelsschiffe Waren entlang der Küste zwischen Vietnam und den benachbarten Handelsnationen beförderten. Diese Geschichte und die Verbindung zum Meer formt noch immer die Identität der Gemeinschaften, die heute hier leben und für die Fischerei und Handel schon immer die Lebensader in diesem Küstenabschnitt waren.
Bitte seien Sie bei Ihrem Besuch respektvoll
Diese Gemeinschaften leben hier, sie sind kein Freiluftmuseum. Hier deshalb ein paar Tipps:
- Fragen Sie, bevor Sie Einwohner oder ihre Häuser fotografieren
- Unterstützen Sie die Gemeinschaft durch Einkäufe direkt bei den Perlenzüchtern oder bei der Fischern, soweit möglich
- Beschränken Sie Lärm und Belästigung auf ein Minimum, vor allem in der Nähe schwimmender Schulen und privater Häuser
- Gehen Sie zusammen mit einem örtlichen Anbieter oder Führer, der eine etablierte Beziehung zu dem Dorf hat. Dies ermöglicht eine herzlichere Aufnahme und einen unverfälschten Austausch.
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